Die Entscheidung beginnt beim tatsächlichen Bedarf
Wer nur wenige Seiten pflegt und keine besonderen Workflows braucht, profitiert oft von einer etablierten Standardlösung. Ein eigenes CMS verursacht Verantwortung: Updates, Sicherheit, Dokumentation und Weiterentwicklung müssen dauerhaft mitgedacht werden.
Deshalb sollte die Frage nicht lauten „Was ist technisch interessanter?“, sondern „Welche Anforderungen lassen sich mit möglichst wenig Komplexität dauerhaft abbilden?“
Eigene Systeme lohnen sich bei klaren, wiederkehrenden Strukturen
Ein eigenes CMS kann sinnvoll werden, wenn Seiten konsequent aus definierten Komponenten aufgebaut werden, wenn Redakteure nur bestimmte Bereiche bearbeiten sollen oder wenn Inhalt und Ausgabe sehr eng aufeinander abgestimmt sind. Auch ungewöhnliche Freigaben, Rollen oder Datenmodelle können dafür sprechen.
Kontrolle über Ausgabe und Performance ist ein Vorteil
Bei einer schlanken Eigenentwicklung lässt sich genauer bestimmen, welches HTML erzeugt wird, welche Assets geladen werden und welche Funktionen tatsächlich vorhanden sind. Das kann Performance, Barrierefreiheit und technische SEO vereinfachen – vorausgesetzt, diese Anforderungen werden bewusst umgesetzt und regelmäßig geprüft.
Flatfile kann die Architektur zusätzlich vereinfachen
Wenn Inhalte überschaubar bleiben, kann eine dateibasierte Speicherung sinnvoll sein. Sie reduziert die Abhängigkeit von einer Datenbank und macht Backups, Portabilität und Versionierung oft transparenter. Welche Vor- und Nachteile das hat, beschreiben wir ausführlicher in Welche Vorteile ein Flatfile CMS hat.
Warum wir ein eigenes FlatCMS entwickelt haben
Unser eigenes FlatCMS ist genau aus dieser Situation entstanden: Wir wollten ein kleines, per FTP installierbares System mit Komponenten, Medienverwaltung, Versionen, Benutzerrollen und schneller Seitensuche – ohne daraus eine große Plattform zu machen. Es ist kein universeller Ersatz für etablierte CMS, sondern ein Werkzeug für Projekte, deren Anforderungen zu dieser Architektur passen.
Wann ein Baukasten weiterhin die bessere Wahl ist
Wenn Standardtemplates ausreichen, viele fertige Integrationen gebraucht werden oder das System von wechselnden externen Dienstleistern administriert werden soll, kann ein verbreiteter Baukasten oder ein etabliertes CMS wirtschaftlicher sein. Ein eigenes System sollte nur dort eingesetzt werden, wo die zusätzliche Kontrolle einen realen Nutzen bringt.
Die richtige Architektur bleibt möglichst klein
Unser Grundsatz ist deshalb: so standardisiert wie möglich, so individuell wie nötig. Unter Digitale Systeme betrachten wir CMS, Automatisierungen und Web-Anwendungen immer zuerst aus Sicht des Prozesses – nicht aus Sicht der maximal möglichen Technik.